Erdgas und Biogas
Erdgas wird als Energieträger genutzt – etwa für Haushalte zum Heizen oder für die Industrie zum Bereitstellen von Prozessenergie. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung führt der Einsatz von Erdgas im Vergleich zu Heizöl zu tieferen CO2-Emmissionen. Durch Beimischung von Biogas verringern sich die CO2-Emissionen noch weiter.
Erdgas/Biogas: Geschichte
Historischer Überblick
Das Pfäffiker Erdgasnetz existiert seit über 100 Jahren. Bereits zwischen 1914 und 1978 waren einzelne Gemeindegebiete ans damalige «Stadtgas»-Netz der Stadt Zürich angeschlossen. Nach umfangreichen Sanierungsmassnahmen wurde das Netz 1978 stillgelegt.
Mit dem Anschluss der Schweiz an das europäische Erdgasnetz änderte sich die Ausgangslage. Die Pfäffiker Werkkommission gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die zeigte, dass in Pfäffikon ein Absatzpotential mit rund 32 Gigawattstunden pro Jahr bestehen könnte, was die lokalen CO2-Emmissionen um rund 2'800Tonnen pro Jahr reduziert hätte.
Technische Eigenschaften
Erdgas wird aufgrund seines hohen Wirkungsgrads und seiner im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern geringeren Emissionswerte eingesetzt. Moderne Erdgas-Technologien ermöglichen eine Nutzung mit geringer Schwefel-, Staub- und Russbelastung sowie die Kombination mit aufbereitetem Biogas oder erneuerbaren Stromquellen.
Ausblick
An der Gemeindeversammlung vom 18. September 2023 haben die Pfäffiker Stimmberechtigten den Energieplan 2022+ «Kommunale Energieplanung mit Leitbild und Massnahmen – der Weg zu Netto-Null in Pfäffikon im 2040» zur Kenntnis genommen. Darin ist festgelegt, dass das Gasnetz in Pfäffikon bis 2040 auf jene Abschnitte reduziert wird, in denen Gas künftig unverzichtbar bleibt – insbesondere in Teilen der Industrie und zur Spitzenlastabdeckung in Fernwärmenetzen.
Auf dieser Basis verabschiedete die Werkkommission im November 2024 die Gasausstiegsstrategie für Heizzwecke bis Ende 2039. In den kommenden Jahren werden Gasheizungen sukzessive durch alternative Heizsysteme ersetzt, wodurch die Nachfrage nach Erdgas langfristig deutlich sinken wird. Innerhalb der nächsten 15 Jahre werden die heute installierten Anlagen ihre Lebensdauer erreichen, und die meisten Gaskunden werden auf erneuerbare Heizlösungen umsteigen.
Berechnungen zeigen, dass bis 2035 rund 44 Prozent der Gasheizungen im Gemeindegebiet ihre Lebensdauer erreichen. Ab diesem Zeitpunkt dürfte sich der Ersatz durch erneuerbare Heizsysteme weiter beschleunigen.
Stefan Bütler

